Ein zu hoher Blutdruck (Hypertonie) tritt, insbesondere bei älteren Katzen, nicht selten auf. Er kann die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Katze erheblich beeinträchtigen und zu Schädigungen an Herz, Nieren, Augen und ZNS führen. Da sich der Beginn dieser Schädigungen schleichend und ohne eindeutige Symptomatik vollzieht, werden sie meist nicht rechtzeitig genug mit Hypertonie in Verbindung gebracht. Bei der indirekten Blutdruckmessung (nicht-invasiv) wird - wie beim Menschen - mit Hilfe einer aufblasbaren Druckmanschette der Blutfluss kurzfristig unterbunden. Beim Ablassen des Manschettendrucks wird das Wiedereinsetzen des arteriellen Blutflusses auf verschiedene Weisen wahrnehmbar gemacht. Zurzeit werden im Wesentlichen drei nicht-invasive Messmethoden angewendet (Egner 2006a, Wolf 2007): • Doppler-Ultraschall Diese Methode wird bei uns eingesetzt • Konventionelle Oszillometrie • High Definition Oszillometrie (HDO®)

Jedes Individuum hat innerhalb des Rassereferenzbereiches einen spezifischen Blutdruck (individueller Blutdruck). Durch regelmässige (mindestens 1 mal jährlich) Messung schon ab Welpenalter kann der Blutdruck individuell ermittelt werden. So können frühzeitig Veränderungen erfasst werden. Zwei erhöhte Werte innert 8-10 Tagen sind ein Hinweis auf eine bestehende Hypertonie. Sind schmerzhafte Ursachen, Aufregung und Übergewicht auszuschliessen, ist eine pathologische Veränderung als Ursache wahrscheinlich, auch wenn noch keine Symptome erkennbar sind.